Immer mit der Ruhe

„Immer mit der Ruhe“, jeder von uns kennt diesen Ausspruch. Aber mir persönlich ist erst jetzt klar geworden wieviel Kraft da drin steckt und genau diese benötige ich derzeit ganz extrem. Denn mit dem Pflegedienst und dessen sogenannten Assistenten ist ein absolutes Chaos, das persönliche Budget ist noch nicht durch. Und deswegen versuche ich alles auszunutzen was mir Kraft gibt. Ich habe eigentlich mein ganzes Leben gebraucht um das auch nur halbwegs zu kapieren, denn ich bin ja ein ungeduldiger Mensch und insofern war der Spruch „immer mit der Ruhe“ nicht so wichtig für mich. Denn bei mir musste und muss immernoch alles sehr schnell gehen und jetzt bringt mir gerade das Leben bei, dass Schnelligkeit nicht immer alles ist. Verbunden ist so eine Erkenntnis natürlich immer mit ganz heftigen Anfangsschmerzen und völligem „Verloren sein“ fühlen, da das gesamte eigene Weltbild plötzlich überhaupt nicht mehr stimmt. Jetzt befinde ich mich zumindest schonmal an dem Punkt wo ich selber ein bisschen zurück schalten kann, nicht mehr alles dramatisch nehme und einfach alles ein bisschen leichter ist. Das war jetzt auch dringend nötig, denn lange hätte ich so nicht weiter machen können.
Ich kann jetzt nur immer beschreiben wie es aktuell ist und das ist auf jeden Fall dem Wetter derzeit angepasst.
Mein Wunsch ist natürlich, dass in die kalte graue Jahreszeit hinüber bringen zu können und ich glaube, das ist sehr möglich. Ich weiß nicht genau ob man eine gewisse Anzahl an Jahren benötigt, um das zu können. Bei mir auf jeden Fall war es so. Und ich habe es jetzt wohl auch erst mit der Holzhammer-Methode kapiert. Ich habe mir auf jeden Fall vorgenommen das Leben weiterhin leichter und freundlicher zu sehen. Wahrscheinlich würde uns das allen gut tun. Und nach dieser tollen Erkenntniss ist es für mich erstmal an der Zeit mich zu erholen, denn immer nur alles als schwierig und problematisch zu sehen ist auf die Dauer anstrengend. Und jetzt kriege ich gerade eine Ahnung davon, dass es definitiv auch anders gehen kann.

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Das System Pflegedienst

Mein Thema ist heute wieder das System Pflegedienst. Vor ein paar Wochen, als mein Text auch schon über „Pflegedienst“ ging und es mir nach dem Schreiben dieses Textes deutlich besser ging, kamen mir natürlich die Gedanken zu fragen, was da geschehen ist. Und für mein Empfinden handelt es sich darum, dass ich seit Wochen und Monaten damit beschäftigt bin, und wie schon gesagt, sehr unglücklich damit. Und ab dem Moment, wo ich das, endlich mal wenigstens schriftlich raus lassen konnte, ging es mir besser. Der Fakt ist natürlich, dass ich da immer noch drin bin und ich einfach mit jeder Faser merke, dass es mir nicht gut tut. Da ich ja auf der anderen Seite versuche, dass es mir besser geht, klappt das nicht wirklich. Es kommt nicht so sehr auf den Namen des Pflegedienstes an, sondern es geht eher um das Funktionieren eines solchen. Mir ist klar, dass ich dafür einfach nicht gemacht bin. Das Ganze ist eher so eine Grundversorgung. Mein Leben beinhaltet aber viele verschiedene andere Aspekte auch. Diese werden aber nicht versorgt, mein Gefühlsleben wird überhaupt nicht berücksichtigt und das alles hat für mich kaum positive Konsequenzen. Ich habe es schon gesagt, dass ich mich darum kümmern will, wieder das persönliche Budget zu bekommen. Denn das würde bedeuten, dass ich mir die Leute, die hier arbeiten zu 100 % aussuchen könnte. Es werden hier zu mir keine Leute geschickt, die ich gar nicht ausgesucht habe, und ich kann nur sagen, ich habe es wirklich versucht. Aber es geht mir sowohl seelisch als auch körperlich einfach schlechter. Um es kurz zu machen: Nächste Woche kommt ein Mensch, der mich beraten wird, wegen dem persönlichen Budget, und dann schaue ich mal weiter. Denn mir ist eines ganz klar: so geht es nicht. Ich weiß ja, dass viele Menschen von meiner Entscheidung abhängen, aber ich weiß auch, dass ich für mein Wohlbefinden sorgen muss. Ich werde daher sehr genau überlegen und dann mich für eine Richtung entscheiden. https://www.leetchi.com/c/soziales-von-marion-27990310

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Ich will mich jetzt nicht ständig beschweren, ich muss nur einfach loswerden, dass ich persönlich an meinen eigenen Grenzen stoße

Falls es jemals in meiner Absicht lag Psychologie oder ähnliches zu studieren, so hat jetzt schon das Leben das Studium übernommen. Wenn man Tag für Tag so eng und nah mit Leuten zu tun hat, ergibt es sich automatisch, wie diese Leute in bestimmten Situationen reagieren. Und da dieses Verhalten, dem wie ich reagieren würde, völlig dem entgegen steht. Ich will mich jetzt nicht ständig beschweren, ich muss nur einfach loswerden, dass ich persönlich an meinen eigenen Grenzen stoße.
Mir ist nicht so ganz klar, ob das zu ändern ist, indem ich mein Verhalten oder meine Gedanken ändere oder ob das einfach gelebt werden muss? Es wäre sehr schön, wenn ich das Ganze mal für eine Zeit anhalten könnte und eine Idee hätte, wie ich mich in Zukunft verhalten, damit es nicht mehr so weh tut. Ums kurz zusammen zu fassen: In den letzten Wochen und Monaten ging es für mich auf der
Wohlfüllkurve steil nach unten. Das ist eigentlich seit ich bei dem „neuen“ Pflegedienst bin. Es war eine nicht ganz freiwillige Wahl und ich bin schon froh, dass es einen Pflegedienst gibt. Aber das „wie“ ist schon entscheidend und ich persönliche bin mit dem jetzigen Pflegedienst nicht glücklich. Es kommen Urlaube von einigen Menschen dazu und Schwangerschaften, d.h. im Moment ist alles sehr chaotisch. Mein momentaner Lösungsversuch ist der, dass ich mich jetzt verstärkt um persönliches Budget kümmern will. Das ist wahrscheinlich die Beste aller möglichen Lösungen. Aber auch die Einzige, die für mich jetzt noch zur Wahl steht. Ich habe für mich jetzt alle mir möglichen Veränderungsversuche durch und vielleicht steht wirklich eine grundsätzliche Verhaltensänderung auf dem Plan. Mir ist noch nicht so ganz klar, wie diese aussehen kann, aber das es diese geben muss, ist schon mehr als deutlich. Ich muss glaub ich nur aufpassen, dass ich nicht in ein völliges egoistisches und rücksichtslose Verhalten falle. Was mir als erstes einfallen würde wäre jetzt mal endlich intensiv mit Yoga anzufangen und mich selber auf meiner persönlichen Liste weiter nach oben zu stellen. Denn mein Gefühl ist, dass wenn ich das nicht mache, es mir einfach nur immer schlechter geht. Ich schreibe das jetzt am Ende einer wirklich heftigen Woche und ich habe das Gefühl, dass mir schon sehr geholfen wäre, wenn endlich mal ein bisschen Ruhe eintreten würde. Ich will sagen es geht mir nach wie vor gut, aber alles ist zunehmender anstrengend und kostet mich viel Kraft. Außerdem habe ich keinerlei emotionale Reserven mehr und das ist bei diesem grauen, kalten Novemberwetter nicht unbedingt das schönste. Aber wie wir alle Wissen kommt der nächste Frühling unweigerlich.

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Lebensschule

Lebensschule – so kann man das nennen, was hier gerade stattfindet. Wahrscheinlich kann das jeder und jede über das eigene Leben sagen. Darüber zu klagen ist ziemlich komisch und auch hinfällig, denn wie das alles stattfindet hat schon seine Richtigkeit auch wenn man das oft nicht versteht und es nur wehtut. Bei mir war es immer so, dass in meinem Leben Verschlechterungen sehr langsam stattgefunden haben. Das hat natürlich zwei Seiten: Erstens birgt es die Möglichkeit sich viel Hoffnung zu machen und Zweitens verschleiert es auch vieles. Ich konnte mich immer selber täuschen und mir lange vormachen, dass es eigentlich gar nicht so schlimm ist. Und jetzt nach meinem Zwischentief muss ich mir eingestehen, dass es wohl doch so ist. Was ich dabei aber niemals aus den Augen verlieren darf, ist die unglaubliche Chance, an dem was ist, zu lernen und tief in mich rein zu schauen. Ich will das jetzt nicht falsch verstanden wissen … ich sehe nach wie vor, dass ich alle Möglichkeiten habe.

Um es auf den Punkt zu bringen: Gerade bin ich wohl in dem Zustand dass ich mich selber neu sortiere. Ich sehe all die Möglichkeiten die ich habe und sehe aber auch oft, dass ich zu einigem noch nicht in der Lage bin. Das wiederum bedeutet: Frust. Mir ist klar, dass ich eine Person bin, die schnell von einem Extrem ins andere fällt. Was für mich bedeutet, wenn was gut läuft bezeichne ich leicht gleich alles als gut. Wenn aber irgendwas nicht so gut läuft, dann ist für mich alles schwarz. Gleichmut und Zuversicht sind oft für mich Fremdworte. Was ich jetzt gerade schreibe, kennt wahrscheinlich jeder, aber in meiner derzeitigen körperlichen Verfassung ist das alles ziemlich heftig. Dabei kommt mir die Tarotkarte die ich an Silvester gezogen habe in den Sinn … nämlich das UNIVERSUM. Diese Karte sagte mir sehr deutlich; mach dir nicht so viele Sorgen, das Universum passt schon auf dich auf. Damit wäre ich dann wieder bei der Entspannung und dabei stelle ich dieses „immer alles aktiv im Griff haben müssen“ sehr deutlich in Frage.

Ich will jetzt Zusammenfassend noch einmal sagen: Mir ist klar geworden, dass Veränderungen immer, wirklich immer von einem Selber kommen müssen. Ich kann es nur mutmaßen wieso es bei mir so kam. Vielleicht war einfach der Punkt erreicht wo ich für mich erkannt habe, dass ich so nicht weiterleben will. Dazu kommen natürlich die notwendigen glücklichen Fügungen… d.h. die richtigen Tipps zur richtigen Zeit; ebenso die richtigen Menschen zur richtigen Zeit und längst verschütt geglaubte Dinge wieder zu entdecken. Ich bin zwar immer schnell bei der Hand mich zu beklagen, aber mit etwas Disziplin kann ich mich auch auf positive Dinge verlagern. Diese Zeit, wo die Kurve runter ging, war wahrscheinlich auch nötig. Für mich kann ich sagen, wenn es diese Zeit nicht gegeben hätte, hätte ich einiges nicht gesehen. Ich habe vor, das auch weiterhin zu sehen und auf diesem positiven Weg, der mir immer nur gut tut, weiter zu machen. Meine Erfolge helfen und bestätigen mich sehr. Ob es jetzt mit der wärmeren Jahreszeit zu tun hat, oder mit sonst was, ist jetzt mal dahingestellt. Ich weiß nur, dass es sehr sehr angenehm ist. Und da ich ja immer weitergucke, bin ich davon berzeugt, dass ein Ende nicht in Sicht ist. Ich wünschte wirklich, dass ich viel von diesem positiven Gefühl weiterleiten kann und dass jedem klar ist, dass wir alles in der Hand haben.

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Die Farben die in meinem Kopf vorherrschen, ein Universum

DSCN0681Der aktuelle Blog ist nicht so positiv wie sonst oft. Das hat für mich klare Gründe, zu denen ich sagen kann: Es hat viel mit der Farbe zu tun, die in meinem Kopf vorherrscht. Für mich gehen meine Fortschritte im Schneckentempo von statten und für mich ist das ganz oft langsam. Dazu kommt ganz einfache Rechenarbeit: Wir haben jetzt das Jahr 2017 und seit ca. 2006 befinde ich mich in einem ähnlichen Zustand. D.h. für mich: ich bin mit der immer wieder verschlechternden Situation konfrontiert und sehr oft überfordert. Um das nochmal für mich klar zu kriegen: Ich war zum Beispiel immer ein Mensch der gerne alleine ist, dass hat sich bis heute nicht geändert, aber ob der Umstände ist das gerade schwierig in die Realität umzusetzen. Bei offizieller 24-stündiger Pflege täglich, muss ich mir jede kurze Zeit in der ich alleine bin hart erkämpfen. Es ist immer so ein bisschen ein Zwiespalt, weil ich auf der einen Seite Hilfe benötige, aber gleichzeitig meine absolute Freiheit wahren möchte. Die letzten Tage und Wochen viel mir dieses Gefühl sehr auf die Füße, was zur Folge hatte, dass ich zunehmend unzufrieden war und unglücklich. Weil ich glaube man kommt nicht umhin irgendwann mal einen Punkt zu erreichen, an dem man denkt es so nicht mehr auszuhalten.

Was mir so klar geworden ist, ich habe die Situation, wie sie gerade ist, unterschätzt. Auch wenn es mir im Vergleich zu anderen Menschen gut geht, sagt mein Kopf gerade das Gegenteil. Wenn ich mir angucke was ich kann und nicht kann und in wieweit mein Bedürfnis nach Freiheit gelebt werden kann, dann trifft mich schon der Ernüchterungs-Schlag. Denn ich war immer gewohnt, nicht jeden Augenschlag erklären zu müssen. Es gab ja auch nie den Grund warum ich das hätte tun sollen. Es ist so, dass ich schon immer gerne alleine war, mich dabei aber nie einsam gefühlt habe. Der Umstand ist immer noch so und nur weil ich jetzt viel mehr Hilfe brauche, heißt das noch lange nicht, dass ich nicht gerne allein sein will. Wie dieses Dilemma zu lösen ist, ist mir im Moment noch nicht so richtig klar. Ich weiß von mir nur, dass ich so nicht sein will und einfach eine Umgehensweise brauche, die ich leben kann. Ich neige oft zu so radikalen Gedanken und diese sind für alle Beteiligten nicht besonders angenehm. Aber wie es in der letzten Zeit war, ertappe ich mich oft bei eben diese Gedanken. Wahrscheinlich ist die Lösung ganz einfach, aber ich komm einfach nicht darauf. Ich kann nur wiederholen, dass sich meine Welt gerade sehr grau und kalt anfühlt. IEs ist für mich jetzt auch ein bisschen komisch, dass jemand fremdes zu diktieren, weil ich mich ansonsten ja einfach hinsetzten könnte und diese Gedanken aufschreiben. Mir ist einfach klar, dass viele Dinge in gewohnter Weise nicht mehr gehen und diese Veränderung ist alles andere als leicht. Und um zum Abschluss noch bisschen was positives zu sagen: Ich glaube schon, dass das alles wieder anders sein kann, aber momentan ist es einfach dieser Tiefpunkt. Wahrscheinlich wird der kommende Frühling bisschen mehr Licht bringen.

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Leben ganz und heil

Etwas sorgt dafür, dass mein Leben ganz und heil ist. Viele, viele Jahre hat es mich gekostet, das zu kapieren. DSCN0675Denn in meiner Gedankenwelt war es immer so, dass das Leben, die Menschen, Umwelt, die Bürokratie und überhaupt alles gegen mich war. Das ich ein sicheres und behütetes Leben führen kann habe ich lange nicht gesehen. Da musste wohl erst die Krankheit um die Ecke kommen, dass ich fähig wurde zu erkennen, dass ich mir keine Sorgen machen muss. Dieses vergangene Jahr speziell war für mich sehr anstrengend und ich fühlte mich in meiner Meinung, dass alles und jeder gegen mich ist bestätigt. Was ich immer übersehen habe, ist, dass in meinen kleinen persönlichen Dramen es immer noch halb so schlimm war wie ich mir aufgemalt habe. Außerdem war wirklich auffallend, dass genau zur richtigen Zeit immer die richtigen Menschen auftauchten. So konnte ich ein Stück weit Gelassenheit lernen. Das heißt jetzt nicht, dass ich immer und zu jeder Zeit die Ruhe in Person bin, aber es fällt mir definitiv leichter, schneller wieder in diesen Zustand zu kommen. Für den Abschluss eines Jahres finde ich das nicht das schlechteste. Was ich noch sagen wollte ist, dass ich selber nicht genau weiß, was dieses „ganz und heil“ bedeutet. Es ist also eine kleine Überraschung, aber gut ist sie auf jeden Fall. Nach wie vor stellt sich mir immer eine Frage: Warum? Warum läuft das alles so verdammt kompliziert ab? Ich für mich muss ehrlicherweise sagen, dass ich anscheinend erst lerne, wenn alles so weh tut und ich nur noch die Möglichkeit habe Dinge prinzipiell zu ändern. Sanft läuft das auf jeden Fall bei mir nie ab. Ich weiß ja nicht, ob das bei anderen Menschen anders ist, aber ich neige zu der Auffassung, dass das eine sehr typisch menschliche Umgangsweise ist. Wie dem auch sei, bei mir hat es sich wieder beruhigt und obwohl es draußen grau und kalt ist, finde ich derzeit das Leben an sich nicht schlecht. Wie oft wünsche ich mir, eben diesen Punkt eher zu erreichen. Aber diese Umwege braucht es wohl immer.

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„Narzis und Goldmund“

65030013„Narzis und Goldmund“ – dieses Buch von Hermann Hesse war vor ein paar Monaten schon mal Thema in diesem Blogg. Es gefiel mir immer aber ich habe nicht so wirklich verstanden warum. Inzwischen ist mir klar geworden, dass in diesem Buch das Thema „Vernunft und Gefühl“ eine große Rolle spielt. So wie ich früher war, glaubte ich eben immer, ich müsste mich für eins von beidem entscheiden.
Mir ist inzwischen klar geworden, dass die Frage nicht lauten muss:
entweder oder, sondern sowohl als auch. Das Gefühl ist nichts, ohne die Vernunft und die Vernunft nichts, ohne das Gefühl. Es war für mich eine unglaubliche Erleichterung, mich nicht mehr entscheiden zu müssen. Ich weiß nicht so recht, wo mein Glaube an dieses entscheiden-müssen her kam, aber es war eben so. Es hat, wahrscheilich, viel damit zu tun, dass ich immer eine klare Position einnehmen wollte. Jetzt, nach vielen Jahren, und einigen Wirrungen, habe ich verstanden, dass ich das nicht immer hundertprozentig machen kann und dass das auch nicht von mir verlangt wird. Wer mich kennt, weiß ungefähr, wie meine Sichtweise der Dinge ist und ich muss das nicht ständig beweisen. Mir ist einfach wichtig zu sagen, dass mir echt ein Stein vom Herzen gefallen ist, als ich verstanden habe, das ich mich sowohl für Gefühl als auch für Vernunft entscheiden kann. Ich kann meine Entscheidungen von der jeweiligen Situation abhängig machen. Das gibt mir unglaubliche Freiheit, weil ich nicht festgelegt bin mich so oder so zu verhalten. Ich habe jederzeit die freie Wahl. Ich merke erst jetzt wie sehr ich mich vorher selbst reglementiert habe. In Kauf nehmen muss und kann ich, dass ich öfter wohl wankelmütig rüberkomme, aber meine Sichtweise der Dinge ändert sich eben ab und zu. Und ich muss nicht immer krampfhaft an einer einmal getroffenen Entscheidung festhalten. Das mag jetzt alles sehr klein klingen, aber ich kann sagen, dass für mich diese kleine Veränderung sehr, sehr wichtig ist.

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DIE Frage im Kopf: liebe ich mich?

VisionSeit ein paar Tagen habe ich eine Frage bzw. DIE Frage im Kopf: liebe ich mich? Ich kam darauf, weil ich gemerkt habe, dass ich oft Dinge in meinem Leben so tue, weil ich denke es wird so gewünscht von mir und nicht weil ich es wirklich will. Natürlich muss ich mich da ernsthaft fragen, ob ich meine eigenen Wünsche respektiere.
Der Grund warum ich mir diese Frage stelle ist einfach der Gedankengang, dass mir klar wurde, völlige Gesundheit von mir zu erwarten ohne mich selbst, die Menschen und die Welt zu lieben ist ziemlich hoch gegriffen. Der Anfang muss immer in der Liebe zu mir selbst liegen. Ich versuche es so gut zu realisieren wie ich kann und ich merke, dass es für mich immer leichter geht. Also die Dinge, die mich früher total aufgeregt haben, haben ihre Wichtigkeit verloren und ich kann ihnen ein wenig relaxter begegnen. Mein Ziel ist es, das dieses Verhalten zu einer normalen Reaktion wird. Ich kann nur sagen, dass seit dem ich erste zarte Anfänge mache, mein Körper mich total belohnt. Alles geht ein wenig leichter, ich habe bessere Laune und mehr Kraft. Und allein diese subjektiven kleinen Veränderungen sind mir so wichtig und wertvoll.

Als mir heute die Entwürfe für eben diesen Blog nochmal vorgelesen wurden wurde mir sehr klar, dass ich nach wie vor hinter dem stehe, was ich geschrieben habe. Allerdings ist mir auch klar, dass ich derzeit  zu müde bin um diese Ansichten in die Tat umzusetzen. Ich will nur schlafen. Und nicht zum 1000sten mal die gleichen Fragen beantworten.
Ich weiß auch nicht so recht, ob eine Kur, Reha etc. weiter helfen würde. Ich will eigentlich nur Urlaub und nicht ein Pflichtprogramm erfüllen, denn das ist im Moment ehrlich gesagt alles für mich. Ich weiß das Vorsätze und Übung wirklich wichtig sind. Aber ebenso auch Pause und Erholung. Es gestaltet sich für mich derzeit etwas kompliziert, denn wie bei allen Menschen spielt hier das Geld eine nicht unerhebliche Rolle. Da ich keinem persönlichen Budget bekomme laufen alle über den Pflegedienst ab und Urlaub ist da nicht vorgesehen. Ich weiß das ja seit langem aber jetzt ist es wirklich akut. Und Dinge funktionieren nicht leichter unter Zeitdruck. Also ich gerate immer häufiger in den Zustand wirklich nicht mehr zu wissen wie es weiter gehen soll. Ich weiß natürlich, dass es immer weiter geht, aber so, wie es jetzt ist habe ich einfach nur eine Menge Fragezeichen. Und das geht immer weiter in die abwärts drehende Spirale. Wie schon mal gesagt: ich gebe mir wirklich alle erdenkliche Mühe, aber es wird zunehmend schwieriger. Alles was ich jetzt noch sagen kann, ist, dass ich bei dem bleibe, was ich geschrieben habe. Und vielleicht braucht es erst so einen kleinen Einbruch bevor die Kurve steil hoch geht.

 

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Schuldgefühle loslassen – sich vergeben

DSCN0334[1]Es hat für mich sehr lange gedauert, bis ich wirklich gesehen habe, dass mein Leben bislang hauptsächlich aus Selbstvorwürfen bestand. Zum Beispiel habe ich immer gedacht, dies und jenes hätte ich nicht so gut gemacht oder ich wäre nicht geduldig gewesen oder ich wäre nicht entschlossen genug gewesen oder zu nachgiebig oder zu streng. Entweder ich habe zu viel gewollt oder zu wenig. Oder, oder, oder… die Möglichkeit, mich selbst mal  zu loben oder  anzuerkennen, dass ich irgendwas gut gemacht habe, gab es bei mir selten bis nie. Jetzt kann man natürlich diese Sachen von zwei Seiten betrachten: entweder kann man sagen, ich habe meine Ansprüche so hoch gesetzt, dass das zu erreichen einfach nicht möglich war oder man kann positiv sagen, dass ich einfach verschiedenes probiert  habe, wovon einiges nicht so gut funktioniert hat. Ich will jetzt nicht wieder sagen, dass mir das meiste nicht gereicht hat. Auf meiner persönlichen Liste steht einfach, dass ich lernen will, zufrieden zu sein, mit dem was ich habe, kann, will und bin. Also dieses ständige vergleichen mit anderen Menschen (wobei man sich immer vergleiche aussucht, bei denen man schlecht abschneidet) ist nicht sehr hilfreich. Und da ich ja eigentlich Sachen machen will, die mich weg von Stress und ärger bringen, habe ich beschlossen ab jetzt diese vergleiche sein zu lassen. Es geht also mal wieder um Akzeptanz und die, wie auch immer, einmal getroffene Entscheidung immer wieder anzuzweifeln bringt mich nicht weiter. Ich gehe davon aus, dass meine Entscheidung immer so bewusst wie möglich getroffen wurde. Ich hab wohl meine guten Gründe gehabt zu dem Zeitpunkt, als ich sie traf. Falls ich das jetzt anders sehen sollte, kann ich immer noch meine Meinung ändern.
Ich glaube es geht darum, immer voll und ganz hinter dem zu stehen, was man glaubt und nicht von vornherein ein „aber“ dahinter zu setzen. Ich denke, dass ich mir viel erleichtern kann, wenn ich nicht immer alles infrage stelle. Und wie gesagt, ich denke nicht, dass damit sofort alles besser wird. Vielleicht dauert es sehr lange, aber die Möglichkeit besteht immer. Und ich weiß zwar, dass der Körper mich austrickst, aber nicht meine Gefühle. auf die sollte ich wirklich hören. auch wenn ich letztens geschrieben habe, dass der Körper sehr ehrlich ist und sehr prompt reagiert, so glaube ich doch, dass die Gefühle dem Körper vorgeschaltet sind. Wenn ich also mal wieder ratlos bin, versuche ich von jetzt an wirklich konsequent auf das zu hören, was in mir aufsteigt. Vielleicht ist mein verhalten für andere Menschen dann unlogisch oder inkonsequent, aber ebenso sind meine Gefühle. Wie immer hab ich also keine Lösung, aber ein weiteres kleines Puzzlestückchen.

 

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Wie präzise der Körper die inneren Vorgänge umsetzt

Fotolia_1288704_XSEs ist schon erstaunlich wie präzise der Körper die inneren Vorgänge umsetzt. Von mir kann ich sagen, dass ich eigentlich immer geduldig und ausdauernd sein wollte. Fakt ist aber, dass bei mir immer alles schnell gehen musste und nicht unbedingt gründlich. Die körperlichen Symptome jetzt lassen aber genau das nicht länger zu. Dann gibt es zwei Möglichkeiten: entweder bin ich total genervt weil jemand langsam und gründlich ist oder ich bin enttäuscht von der Oberflächlichkeit, wenn jemand nur schnell Dinge kurz erledigt. Beide Male werde ich sehr an das erinnert, wie ich lange Zeit war aber nicht sein wollte. Die Sprache vom Körper ist eigentlich total einfach, aber wir machen sie immer so kompliziert. Als bei mir die Kräfte immer weniger wurden, hatte ich tausend Erklärungen aber auf die einfachste, nämlich dass ich meine Geschwindigkeit nicht respektiert habe, bin ich nicht gekommen. Im Prinzip läuft immer noch das gleiche ab, aber ich erkenne es schneller.

Es geht mir nicht darum zu sagen, dass alles falsch war. Es hat mich nur mehr Kraft und Zeit gekostet als nötig gewesen wäre. Jetzt, wo ich die letzten Tage Zeit hatte, über den Text nochmal nachzudenken, habe ich einfach gemerkt, dass ich wirklich ganz und gar auf mich selber hören will. Für eine Person wie mich ist das schon schwer, weil mir so viele verschiedene Meinungen zugetragen werden. Und wie immer kommt es wieder zurück auf das Thema Stille. Denn da bin ich mir ganz klar – komplizierte Für und Wieder haben keinen Platz mehr.

Diesen Zustand erreiche ich aber nicht immer. Mir ist schon klar, dass das wieder hohe Ansprüche sind. Wer von uns ist denn ohne Zweifel? Ich kann nur sagen, dass es mir einfach gut tut, wenn ich bei meinem ursprünglichen Gedanken bleibe und nicht ständig abwäge. So ist es oft so, dass ich zwar meinen inneren Rahmen habe, aber mich wieder schnell in Frage stelle. In meinem jetzigen Zustand ist das jedenfalls nicht sehr hilfreich. und ich glaube, ich kann froh sein, dass ich diese innere Stimme habe. Wenn ich diese aber ständig wieder selbst torpediere, ist damit nichts gewonnen. Die Frage ist dann natürlich, wie ich die Eigenschaft des Auf-mich-Hörens ausbauen und verfestigen kann. Ich habe wie so oft keine endgültige Antwort, aber ich suche weiter.

 
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